Geldanlage
Invesfera-Redaktion
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Steigende Zinsen: Eine neue Ära für Anleger, nicht nur ein Hindernis

Während höhere Zinsen traditionelle Anlagestrategien herausfordern, eröffnen sie auch deutliche Chancen bei festverzinslichen Wertpapieren und bestimmten Aktiensegmenten für diejenigen, die bereit sind, sich anzupassen.

Veröffentlicht
19. Oktober 2026
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2 min
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Die Finanzwelt betrachtet steigende Zinsen oft mit Besorgnis, als Vorboten schwierigerer Zeiten für Kreditnehmer und als Bremse für die wirtschaftliche Expansion. Doch was, wenn diese weit verbreitete Sorge eine entscheidende Wahrheit übersieht? Unserer Ansicht nach ist das aktuelle Umfeld steigender Zinsen nicht nur eine Herausforderung, die es zu bewältigen gilt; es ist eine Neukalibrierung der finanziellen Schwerkraft, die überzeugende Möglichkeiten für Anleger offenbart, die bereit sind, ihre Strategien neu zu bewerten.

Fast zwei Jahrzehnte lang gewöhnten sich Anleger an eine Ära historisch niedriger, sogar negativer Zinsen, die Kapital auf der unerbittlichen Suche nach Rendite in risikoreichere Anlagen wie Aktien und Immobilien drängten. Diese Periode förderte ein Umfeld, in dem die Kapitalkosten vernachlässigbar waren. Heute jedoch haben Zentralbanken auf der ganzen Welt, einschließlich der Europäischen Zentralbank (EZB), ihre Leitzinsen aggressiv erhöht, um die anhaltende Inflation einzudämmen. So hat die EZB seit Juli 2022 mehrere Erhöhungen vorgenommen, wodurch die jährliche Inflationsrate der Eurozone im März 2023 auf 6,9 % gestiegen ist, weit über ihr 2 %-Ziel hinaus. Diese politische Verschiebung, kombiniert mit geopolitischen Faktoren und wachsenden Staatsdefiziten, hat die Finanzlandschaft dramatisch verändert, Kapital verteuert und eine grundlegende Neubewertung der Anlageallokationen erzwungen.

Die Rückkehr der Attraktivität festverzinslicher Wertpapiere

Die vielleicht auffälligste Transformation, die durch steigende Zinsen hervorgerufen wird, ist die Wiederauferstehung des Rentenmarktes. Nach Jahren vernachlässigbarer Renditen sind festverzinsliche Wertpapiere wieder attraktiv. Die Renditen von Staatsanleihen sind deutlich gestiegen; so rentiert die französische 10-jährige Staatsanleihe inzwischen über 4,80 %, ein erheblicher Sprung von 3,60 % nur vier Monate zuvor, und die 10-jährige US-Staatsanleihe liegt bei etwa 4,8 %, gegenüber 1,50 % Ende 2022. Sogar die Rendite der japanischen 10-jährigen Staatsanleihe überschritt Anfang September 3 %, ein Niveau, das seit 1996 nicht mehr erreicht wurde, was einen globalen Trend widerspiegelt.

Diese Verschiebung bedeutet, dass Anleihen, insbesondere solche mit hoher Bonität, nun ein überzeugenderes Risiko-Rendite-Profil bieten. Während es stimmt, dass der Preis bestehender Anleihen sinkt, wenn neue, höher rentierliche Anleihen ausgegeben werden, können versierte Anleger Kapital schlagen, indem sie sich auf Neuemissionen konzentrieren oder Anleihen bis zur Fälligkeit halten. Für die kurzfristige Geldanlage bieten regulierte Sparkonten wie das Livret A, das im Februar 2023 von 1 % ein Jahr zuvor auf 3 % gestiegen ist, eine attraktivere, wenn auch nicht inflationsausgleichende Rendite. Dieses Umfeld bietet auch Chancen in Bereichen wie Anleihen lokaler Währungen von Schwellenländern, die erhebliche Renditeaussichten bieten können.

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